Die lykische Halbinsel

Pinara - Die luftigsten Gräber Kleinasiens


Pinara

Oberhalb des mittleren Xanthostals - rund 60 km südöstlich von Fethiye - liegt die von Xanthos gegründete Stadt, die zu den sechs wichtigsten Lykiens gehörte. In der Kaiserzeit verlor Pinara wegen seiner Abgeschiedenheit an Bedeutung. Von seiner Lage her gehört es zu den beeindruckendsten Ruinenstätten Kleinasiens. Das Stadtgebiet steigt in natürlichen Terrassen an: Auf der untersten Ebene liegt das in einen Hügel hineingebaute Theater, auf der zweiten Ebene das Stadtzentrum mit öffentlichen Gebäuden (Agora, Buleuterion). Dahinter erhebt sich fast senkrecht ein 450 m hoher Felskegel, der einer Bienenwabe ähnlich mit Grabkammern durchlöchert ist. Im gesamten Stadtgebiet finden sich prächtige lykische Felsgräber und Sarkophage.


Xanthos - Das lykische Masada


Xanthos

Xanthos liegt auf einem Hügel oberhalb des gleichnamigen Flusses bei Kinik, 65 km südöstlich von Fethiye. Die Stadt kontrollierte das Letoon und verfügte über reiche Ressourcen an Getreide und Holz. Besiedlungsspuren reichen bis in das 8. Jht. v.Chr. zurück. Bei der Eroberung der Stadt durch die Perser (545 v.Chr.) starben die meisten Bewohner durch Selbstmord. Vom Ende des 6. Jhrts. bis zu Beginn des 4. Jhts. v.Chr. war Xanthos Sitz einer mächtigen lykisch-persischen Dynastie, die prächtige Grabbauten errichtete. Seit dem 2. Jht. v.Chr. war es Mitglied des Lykischen Bundes. Bei der Eroberung der Stadt durch den Caesarenmörder Brutus (42 v.Chr.) gaben sich wiederum viele Bürger selbst den Tod. Die Kaiser Roms bauten die Stadt wieder auf und förderten sie, so dass Xanthos in der Kaiserzeit eine gewisse Blüte erreichte.
Hellenistische Stadtmauer, lykische Akropolis, Theater, römische Agora mit Harpyienmonument und Pfeilergrab, spätantike Kirchen und Klöster, Nereidenmonument


Letoon - Der heiligste Platz Lykiens


Letoon

Das Nationalheiligtum der Lykier liegt etwa 5 km von Xanthos entfernt und war der Leto und ihren Kindern Apollon und Artemis geweiht. In römischer Zeit pflegte der Lykische Bund hier auch den Kaiserkult. Es wurden viele inschriftliche Weihungen berühmter Besucher (Alexander der Grosse) und Verträge gefunden, die die Geschichte Lykiens beleuchten. Der bedeutendste Fund ist ein Dreisprachenstein (Trilingue), der einen langen Text auf Reichsaramäisch, Lykisch und Griechisch wiedergibt und viel zum Verständnis der lykischen Sprache beigetragen hat (jetzt im Museum von Fethiye).
Tempel des Leto, der Artemis und des Apollon, römisches Nymphäum, Theater


Patara - Der informativste Meilenstein Kleinasiens


Prunktor in Patara

Patara liegt auf halbem Weg zwischen Kalkan und Kinik an einer verlandeten Meeresbucht, die in der Antike den besten Hafen Lykiens bildete. Es war Sitz der römischen Gouverneure und entwickelte sich allmählich zur bedeutendsten Stadt Lykiens mit einem berühmten Orakel des Apollon. Bei den Ausgrabungen wurde vor kurzem ein pfeilerartiger Meilenstein (45/46 n.Chr.) gefunden, auf dem die wichtigen Strassen Lykiens und alle Orte, durch die sie führten, mit Entfernungsangaben verzeichnet sind - ein Glücksfall für die historische Geografie Lykiens.
Theater, Hautpstrasse, hadrianischer Getreidespeicher, Thermen, Prunktor, Meilenstein, lykische und römische Nekropolen mit Sarkophagen


Antiphellos (Kas) - Kostbare Fracht


Sarkophag in Kas

Antiphellos - das heutige Kas - war der Hafen der lykischen Bergstadt Phellos und im Altertum wegen seiner Schwammtaucher bekannt. Berühmt geworden ist es durch den Fund eines 15 m langen bronzezeitlichen Schiffes, das im ausgehenden 14. Jht. v.Chr. mit seiner Ladung von 10 Tonnen Kupfer- und 1 Tonne Zinnbarren bei Kap Uluburun unterging. Spektakuläre Stücke der Fracht sind ein Becher aus purem Gold, eine Schreibtafel und ein goldener Skarabäus mit dem Namen der Nofretete. Die Funde sind im Museum von Bodrum ausgestellt.
Theater, lykische Sarkophage


Myra (Demre/Kale) - Die Stadt des hl. Nikolaus


Ruinen von Myra

Das bei der fruchtbaren Schwemmlandebene des Myros - 20 km westlich von Finike bei Kale - gelegene Myra war die führende Stadt Mittellykiens, besass mit Andriake einen wichtigen Hafen und mit Sura ein regional bekanntes Fischorakel. Die aufwändigen Felsgräber beweisen, dass der Ort schon im 5. Jht. v.Chr. reich un bedeutend war; das grosse Theater zeugt vom Wohlstand in der Kaiserzeit. Berühmt wurde Myra in der Spätantike als Wirkungsstätte des hl. Nikolaus und nach seinem Tod als Wallfahrtsort.
Mehrere Nekropolen, kaiserzeitliches Theater, Nikolauskirche


Kekova


lykischer Sarkophag

So ziemlich am südlichsten Punkt der lykischen Halbinsel befindet sich die Insel Kekova. Diese Inselwelt ist bekannt durch die Unterwasserruinen. Der Grund für das Versinken der Städte liegt darin, dass sich die Küste langsam absenkt, in einem Zeitraum von 100 Jahren um ca. 15 cm.


Olympos - Die Stadt des ewigen Feuers


Olympos

Die ostlykische Stadt liegt südlich von Kemer. Im 2. Jht. v.Chr. gehörte sie zu den sechs wichtigsten Städten des Lykischen Bundes. Im 1. Viertel des 1. Jhts. v.Chr. herrschte hier der Pirat Zeniketes. Als die Römer seinen Korsarenstaat 77 v.Chr. vernichteten, wurde Olympos geplündert und sank zu einer verschlafenen Kleinstadt ab. Sie war für ihr Heiligtum des Schmiedegottes Haphaistos berühmt, das bei einer heute noch brennenden Erdgasquelle lag. Südlich von Olympos wurde bei den Schwalbeninseln ein spätbronzezeitliches Schiff mit Ladung geborgen.
Grabhäuser beim Strand, Reste einer antiken Brücke, Theater, imposante Ostnekropole, spätantike Kirchen, Schiffswrack im Museum Bodrum


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