Wind und Wetter

Windverhältnisse

Allgemein lassen sich die Windverhältnisse in den beiden grossen Seegebieten wie folgt beschreiben:


Etesien in der Ägäis


Typische Druckverteilung für den Meltemi

Die Winde, die in der Ägäis zu Beginn der warmen Jahreszeit, d.h. von Mai bis September entstehen, kommen aus nördlichen Richtungen und heissen Etesien (grich. Meltemi). Etesien (d.h. Jahreszeitenwinde) werden sie genannt, weil sie jedes Jahr zur selben Zeit wehen, was bereits die Alten Griechen festgestellt und untersucht haben. Normalerweise beginnen die Etesien gegen Ende Mai und legen sich gegen Ende Oktober. Die grösste Stärke erreichen sie in den Monaten Juli und August, wo sie 2 bis 4 Tage dauern können. Diese Winde, die nicht jedes Jahr mit derselben Häufigkeit auftreten, wehen vor allem tagsüber, von 08.00 bis 20.00 Uhr, und erreichen ihre grösste Stärke gegen 14.00 Uhr.
Charakteristisch ist die schwankende Windstärke, das rasche Abflauen nach Sonnenuntergang und das Wiederauffrischen bei Morgengrauen. In der Nord-Ägäis kommt der Wind aus NO, in der Zentral-Ägäis aus Norden und in der südlichen Ägäis aus NW. Im Seegebiet von Rhodos dreht er nach W, während er im Saronischen südlichen Euböischen Golf durchgehend aus NO kommt. Unter dem Einfluss der Meeresbrise können die Etesien lokal stark auffrischen, wie z.B. vor der Küste Nord-Kretas. Am heftigsten wehen sie in der Nord-Ägais und da vor allem im Gebiet der Kykladen.


Ionisches Meer

Im Sommer wird das Ionische Meer durchgehend vom "Maistros" (Maestrale), einem NW-Wind beeinflusst, im Winter dagegen vom "Schirokko", der, wenn er grössere Windstärken erreicht, 2 bis 3 Tage ununterbrochen anhält. Ebenfalls im Winter, weniger im Herbst und Frühling (im Sommer gar nicht) weht im Mittleren Mittelmeer der aus Albanien und West-Griechenland kommende "Grekale" (Gregale), der zu hohem Seegang führt.
In Bezug auf die im Sommer vorherrschenden Winde lassen sich die griechischen Seegebiete in vier Zonen unterteilen, die etwa in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Die Winde sind von Zone zu Zone deutlich zu unterscheiden, ausser in Fällen, wo die sommerlichen Nordwinde, die Etesien, besonders heftig wehen, so dass sich die Zonen überschneiden und in weiten Gebieten ähnliche Windverhältnisse herrschen.


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Der Schirokko

Zu den im Mittelmeer auftretenden Warmluftvorstössen, die von grossräumiger Bedeutung sind und unter Umständen mehrere Tage anhalten können, gehört der Schirokko. Er stellt einen südlichen Wind dar, der in der Sahara seinen Ursprung hat. An der nordafrikanischen Küste weht er als trockener und warmer oder heisser, oft mit Staub und Sand beladener Wind unter den verschiedensten Namen, wie Chili, Ghibli oder Khamsim. Über dem Mittelmeer nimmt er Wasserdampf auf und kommt auf den Inseln, Halbinseln und an den nördlichen Küsten als feuchter, schwüler Wind an. Inzwischen hat sich Bewölkung gebildet und es gibt leichten Regen, mitunter auch Gewitter. Stellen sich Gebirge in den Weg, wird im Luv durch zusätzlichen Stau Starkregen erzeugt und im Lee stellt sich Föhn ein.


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