Takelungsarten

Takelungsarten

Die Takelung (das Rigg) eines Segelfahrzeuges wird nach der Art seines Einsatzes entworfen. Bei der Gaffel- oder Schrattakelung stehen die Segel mehr oder weniger in der Schiffslängsachse. Sie ist die heute am weitesten verbreitet. Grosse Hochleistungsyachten haben heute meist eine Sluptakelung mit einem Grosssegel und einem Vorsegel an einem einzelnen hohen und schlanken Mast. Die Handhabung der riesigen Segelfläche ist bei Rennyachten mit ihren trainierten Crews kein Problem aber Fahrtenyachten haben meistens nur wenige Mitsegler die so grosse Segelflächen nur schwer handhaben können. Deshalb haben viele Fahrtenboote einen unterteilten Segelplan aus mehreren kleinen Segeln, die leichter zu handhaben sind, wenn sie auch nicht die Leistung grosser Segel bringen. Eine Rahtakelung haben Schiffe mit viereckigen Segeln, die quer zur Schiffslängsachse gesetzt werden. Es ist die häufigste Takelungsart der grossen Windjammer.


Katboot Dies ist eine recht einfache Takelung mit nur dem Großsegel hinter dem weit vorn stehenden Mast, (nicht zu verwechseln mit dem auch Kat abgekürzten Katamaran). Sie ist häufig bei Einmannjollen zu finden.
Sluptakelung Das klassische Rigg der meisten Yachten; es besteht aus zwei Segeln: einem Großsegel am Mast und einem Vorsegel am Vorstag. Unterschiedliche Vorsegel haben je nach Größe und Zweck verschiedene Namen, ein großes, das Großsegel überlappendes Vorsegel nennt man z.B. Genua. Gehen beide Segel bis zur Mastspitze, ist das Boot hochgetakelt, reicht das Vorsegel nicht bis ganz oben, wird die Angriffshöhe als Bruchzahl (z.B. 7/8) angegeben, auch wenn das Verhältnis oft nicht genau stimmt.
Kuttertakelung Sie ist der Sluptakelung ähnlich, hat aber zwei Vorsegel. Ein geteilter Segelplan lässt sich von einer kleinen Mannschaft leichter handhaben; deshalb ist diese Takelungsart besonders bei Fahrtenyachten, die in den Passat-Zonen, wo man lange vor achterlichen Winden läuft, sehr beliebt. Vor den Passat-Winden wird das Großsegel geborgen und die Vorsegel werden zu beiden Seiten ausgebaumt. So läuft das Boot ausbalanciert und problemlos vor dem Wind. Das innere der beiden Vorsegel ist die Fock, das vordere der Klüver.
Ketschtakelung Sie ist bei Langfahrtyachten wegen der unterteilten Segelfläche sehr beliebt. Das Ketschrigg hat zwei Masten und mindestens drei Segel. Der Großmast trägt wie bei einer Slup Groß- und Vorsegel, am hinteren Mast wird das kleinere Besansegel geführt. Eine Ketsch kann auch ein Kutterrigg tragen, dann wird die Segelfläche für die noch leichtere Handhabung auf vier Segel verteilt. Die Ruderanlage liegt meist hinter dem Besanmast
Yawltakelung Sie gleicht der Ketsch bis auf ein Merkmal: Die Ruderanlage der Yawl liegt normalerweise vor dem Besanmast. Deshalb ist der Besan oft recht klein und dient eher zum Trimmen. Auch eine Yawl kann kuttergetakelt sein.
Gaffeltakelung Sie war lange Zeit die verbreitetste Schrattakelung für Yachten und ist heute noch häufig auf älteren Bootstypen zu finden. Sie wurde von der Sluptakelung verdrängt, weil die Gaffel (ein Baum am oberen Liek des viereckigen Segels) unhandlich war und oben am Mast zu viel Gewicht brachte. Gaffelsegel können mit jeder anderen Takelungsart eingesetzt werden, dann spricht man z.B. von einem Gaffelkutter oder Gaffelschoner.
Schonertakelung Sie ist wohl die malerischste aller Takelungsarten. Der Schoner kann unterschiedlich geriggt sein, ist aber immer dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Mast kürzer als der andere oder die anderen Masten ist. Die bekannteste Schonertakelung ist das Stagsegelrigg, bei dem der Großmast wie bei einer Slup getakelt ist und der Fock- oder Vormast ein oder zwei Vorsegel trägt. Zwischen den Masten steht oft ein umgedrehtes Dreiecksegel, das Fischermann genannt wird und dem Schoner sein besonderes Aussehen gibt. Einige Schoner tragen an allen Masten Vorsegel und Segel, die dem Großsegel entsprechen, aber unterschiedlich bezeichnet werden. Immer aber steht der kürzere Mast vorn.
Dhautakelung oder Lateinerrigg Diese Takelungsart ist eine der ältesten für Schratsegel; sie hat meist ein Segel, größere Boote tragen auch zwei. Das Großsegel hat wie das Gaffelsegel einen Baum am Oberliek, der vom Bug bis zur Mastspitze und oft weit darüber hinaus verläuft. Dieses Rigg ist im Mittleren Osten noch sehr verbreitet, besonders im Arabischen Meer und um die Inseln des Indischen Ozeans.
Dschunkentakelung Man findet sie auf den traditionellen Schiffen des Fernen Ostens, besonders auf chinesischen Dschunken, von dort stammt auch der Name. Die Segel sind viereckig mit einer Gaffel und einem Baum. Das Vorliek fliegt frei und ist nicht, wie bei den westlichen Takelungen, am Mast befestigt. Bei Yachten und Sportbooten ist diese Takelung sehr selten.
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